Es ist 21:40 Uhr in der Senator Lounge am Frankfurter Flughafen. Thomas K., 46, Finanzvorstand eines börsennotierten Mittelständlers, hat an diesem Tag eine Refinanzierung über 400 Millionen Euro unterschrieben. Neun Monate Arbeit, drei Banken, zwei Nächte fast ohne Schlaf. Am Nachmittag kam eine kurze Nachricht vom Aufsichtsratsvorsitzenden: „Starke Leistung.“
Thomas sitzt mit einem Glas Wasser am Fenster und wartet auf den letzten Flug nach München. Er fühlt nichts Besonderes. Keine Euphorie, eher eine merkwürdige Leere, die er für Müdigkeit hält.
Er nimmt das Telefon aus der Tasche. Er möchte jemandem erzählen, dass es geschafft ist. Nicht dem Vorstand, nicht dem Team. Jemandem, der sich einfach nur mit ihm freut. Er scrollt zweimal durch über tausend Namen. Ihm fällt niemand ein.
Dann, ohne jede Vorwarnung, schlägt sein Herz so hart, dass er es im Hals spürt. Seine Brust zieht sich zusammen, als hätte jemand einen Gurt um seinen Oberkörper gelegt und festgezurrt. Er atmet ein, aber die Luft kommt nicht dort an, wo sie hin soll. Seine Hände werden kalt und beginnen zu kribbeln. Der Raum wirkt plötzlich unwirklich, wie hinter Glas. Und dann kommt der Gedanke, klar und unverhandelbar: Das ist ein Herzinfarkt. Ich sterbe hier. Zwischen Ledersesseln und Espressomaschine.
Vierzig Minuten später liegt er in der Notaufnahme. EKG, Blutwerte, Blutdruck. Um halb zwei nachts steht eine junge Ärztin an seinem Bett und sagt einen Satz, den er nicht mehr vergessen wird: „Ihr Herz ist völlig gesund. Das war sehr wahrscheinlich eine Panikattacke.“
Thomas nickt. Er bedankt sich. Er nimmt ein Taxi ins Hotel. Und auf der Fahrt durch das nächtliche Frankfurt fühlt er etwas, das schlimmer ist als die Todesangst zwei Stunden zuvor: Scham.
Wenn Sie diesen Artikel lesen, weil Ihnen etwas Ähnliches passiert ist, kennen Sie wahrscheinlich beides. Die Todesangst und die Scham danach. Die Frage, wie das ausgerechnet Ihnen passieren konnte. Einem Menschen, der seit zwanzig Jahren jede Krise gemeistert hat. Der in Verhandlungen ruhig bleibt, wenn andere laut werden. Auf den sich alle verlassen.
Die Antwort ist unbequem, aber sie ist zugleich der Schlüssel: Es ist Ihnen nicht trotz Ihrer Stärke passiert. Es ist Ihnen wegen eines Musters passiert, das Sie stark gemacht hat.
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Teil 1: Das Muster hinter der Panik
Psychosomatik: Der Körper schlägt Alarm, die Zentrale gibt das Signal
Kurz gesagt: Eine Panikattacke spielt sich im Körper ab. Ausgelöst wird sie in der Zentrale, im Gehirn, das die Lage als bedrohlich bewertet und den ganzen Körper in Alarm versetzt.
Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Kribbeln: Eine Panikattacke fühlt sich an wie ein körperlicher Notfall, und deshalb suchen die meisten die Ursache zuerst im Körper. Das ist richtig, solange es darum geht, eine körperliche Erkrankung auszuschließen. Ist das geschehen, lohnt die Frage, wer diesen Alarm eigentlich auslöst.
Führungskräfte verstehen das Prinzip meist sofort. Der Körper ist die Organisation, das zentrale Nervensystem ist die Führung. Herz, Lunge, Muskeln und Darm führen aus, was die Zentrale meldet. Eine eigene Meinung zur Lage haben sie nicht. Wenn im ganzen Haus gleichzeitig Alarm herrscht, liegt der Fehler nicht in den Abteilungen, sondern in der Lagebeurteilung an der Spitze.
Diese Lagebeurteilung läuft fortlaufend und größtenteils unbewusst. Tief liegende Regionen des Gehirns prüfen in Bruchteilen von Sekunden, ob eine Situation sicher oder bedrohlich ist, und schalten über Hirnstamm und vegetatives Nervensystem den Körper in den passenden Modus. Bei einer Panikattacke meldet diese Zentrale Lebensgefahr, obwohl keine besteht. Der Körper reagiert korrekt auf eine falsche Meldung.
Deshalb liegt die eigentliche Ursache einer Panikattacke nicht im Herzen und nicht in der Lunge, sondern in der Art, wie Ihr Gehirn die Lage bewertet. Und diese Bewertung ist geprägt: von Erfahrungen, von früh gelernten Regeln und von dem, was jahrelang nicht gefühlt werden durfte.
Genau darum geht es in diesem Artikel. Eine Zentrale, die gelernt hat, dauerhaft auf Alarm zu stehen, kann auch wieder lernen, die Lage anders zu beurteilen.
Sie funktionieren. Genau das ist das Problem.
Kurz gesagt: Panikattacken bei Führungskräften entstehen häufig nicht trotz ihrer Stärke, sondern aus dem Muster, das sie stark gemacht hat: einem Selbstwert, der an Leistung hängt.
In meiner Praxis sitzen regelmäßig Menschen, die man von außen als die Stabilsten ihres Umfelds beschreiben würde. Geschäftsführer, Partnerinnen in Kanzleien und Beratungen, Chefärzte, Gründerinnen, Vorstände. Menschen, die ihr Leben im Griff haben. Zumindest sah es bis vor kurzem so aus.
Was sie verbindet, ist selten die Branche oder die Position. Es ist eine innere Regel, die bei vielen erstaunlich gleich lautet, auch wenn kaum einer sie je ausgesprochen hat:
Ich bin in Ordnung, solange ich etwas leiste.
Diese Regel ist so tief verankert, dass sie sich nicht wie eine Überzeugung anfühlt, sondern wie die Wirklichkeit. Wie Schwerkraft. Man denkt nicht über sie nach, man lebt nach ihr. Jeden Tag, in jeder Entscheidung, in jedem Meeting.
Und sie funktioniert. Das ist das Tückische. Sie funktioniert so gut, dass sie über Jahrzehnte belohnt wird. Bis zu dem Moment, in dem der Körper die Rechnung präsentiert.
Und dann machen diese Menschen häufig denselben Fehler: Sie behandeln die Panik wie ein Projekt, das man mit genug Disziplin in den Griff bekommt. Warum genau das scheitert, gehört zu den wichtigsten Punkten dieses Artikels.
Die Regel, die Sie nie unterschrieben haben
Kurz gesagt: Das Muster entsteht früh, dort, wo Zuwendung an Leistung geknüpft war. Das Kind lernt nicht, dass es wertvoll ist, sondern dass es sich seinen Wert verdienen muss.
Niemand wählt dieses Muster bewusst. Es entsteht früh, meist lange bevor wir Worte dafür haben.
Thomas erinnert sich in unserer dritten Sitzung an eine Szene, die er jahrzehntelang für bedeutungslos gehalten hat. Er ist neun Jahre alt, letzter Schultag vor den Sommerferien. Im Zeugnis stehen lauter Einsen und eine Drei in Musik. Er legt das Zeugnis auf den Küchentisch und wartet. Sein Vater liest es schweigend. Dann tippt er mit dem Zeigefinger auf die Drei und fragt: „Und was war hier los?“
Kein Schreien, keine Strafe. Nur dieser Finger auf der Drei. Und danach ein Abend, an dem der Vater kaum mit ihm spricht.
Ein Erwachsener würde sagen: halb so wild. Aber ein Kind zieht aus solchen Momenten keine differenzierten Schlüsse. Es lernt etwas Grundsätzliches, und es lernt es mit dem ganzen Körper. Zuwendung ist nicht selbstverständlich. Sie hängt davon ab, was ich bringe. Das, was fehlt, wird gesehen. Das, was ich bringe, gilt als normal.
Bei manchen meiner Klienten waren es nicht Schweigen und ein Finger, sondern Schläge, Spott oder offene Abwertung. Bei anderen war es noch leiser: eine Mutter, die selbst so erschöpft war, dass das Kind nur dann wirklich gesehen wurde, wenn es glänzte. Oder ein krankes Geschwisterkind, das alle Kraft der Familie band, sodass für das gesunde Kind nur eine Rolle übrig blieb. Keine Probleme machen. Stolz machen.
Die Formen sind verschieden. Die Schlussfolgerung, die das Kind zieht, ähnelt sich erstaunlich: Liebe gibt es gegen Leistung. Und weil ein Kind ohne die Zuwendung seiner Eltern nicht überleben kann, ist diese Lektion für sein Nervensystem keine Erziehungsfrage. Es ist eine Frage von Sicherheit oder Bedrohung. Genau so wird sie abgespeichert.
Oft prägt hier nicht ein einzelnes Ereignis, sondern ein über Jahre bestehendes Klima. Wo solche Belastungen früh und wiederkehrend waren, spricht man in der Traumatherapie auch von Entwicklungstrauma.
Wie aus einer Kinderstrategie eine Karriere wird
Was dann geschieht, ist in gewisser Weise folgerichtig. Das Kind wird gut. Sehr gut. Es wird der Schüler, auf den sich die Lehrerin verlassen kann. Die Studentin mit dem besten Abschluss des Jahrgangs. Der Berufseinsteiger, der als Erster kommt und als Letzter geht.
Und die Welt antwortet. Mit Noten, Stipendien, Beförderungen, Boni, Titeln. Jede dieser Antworten bestätigt die alte Regel: Siehst du, es stimmt. Wenn du lieferst, bist du etwas wert.
Organisationen lieben diese Menschen. Sie beschweren sich nicht. Sie übernehmen, was liegen bleibt. Sie sind um elf Uhr abends erreichbar und am Sonntag auch. Sie sind das, was man in Unternehmen die Unersetzlichen nennt. Nicht selten werden sie genau deshalb befördert, und nicht selten führen sie später Teams, an die sie dieselbe Regel unbemerkt weitergeben.
Von außen sieht das aus wie Ehrgeiz, Disziplin und Verantwortungsbewusstsein. Das ist es auch. Aber darunter liegt etwas anderes, das man nur sieht, wenn man sehr genau hinschaut: Diese Menschen rennen nicht auf etwas zu. Sie rennen vor etwas weg. Vor einem Gefühl, nicht zu genügen, das in genau dem Moment zurückkommt, in dem sie stehen bleiben.
Geliehene Ziele: warum Sie ankommen, ohne anzukommen
Kurz gesagt: Wer früh fremde Maßstäbe übernommen hat, erreicht Ziele, ohne anzukommen. Hinter jedem Gipfel wartet der nächste, weil Stillstand die Leere darunter zeigen würde.
Unter dieser Regel liegt noch eine tiefere Schicht. Sie erklärt die merkwürdige Leere, die Thomas in der Lounge für Müdigkeit hielt.
Für ein Kind ist es eine echte Auseinandersetzung, ein eigenes Selbst zu werden. Sich zu zeigen mit eigenen Vorlieben, eigenem Tempo, eigenem Nein. Wo Zuwendung aber an Leistung und Anpassung hängt, ist genau das zu gefährlich. Es ist sicherer, früh und unbemerkt die Maßstäbe der anderen zu übernehmen: die Ziele der Eltern, die Werte der Herkunftsfamilie, das, was zählt, und das, was nicht zählt. Die Tiefenpsychologie spricht hier von einem nie ausgetragenen Konflikt zwischen Anpassung und Individuation. Zwischen dem, was man sein soll, und dem, was man ist.
Das Ergebnis ist ein Mensch, der sehr genau weiß, was er erreichen will, und erstaunlich wenig darüber, was er eigentlich liebt. Fragt man Führungskräfte mit diesem Muster nach ihren Zielen, kommen die Antworten schnell und präzise. Fragt man sie, was sie tun würden, wenn niemand zuschaut und nichts davon abhängt, wird es still. Manchmal sehr lange.
Ein geliehenes Selbst jagt geliehene Ziele. Man kann sie erreichen, eines nach dem anderen, und fällt danach trotzdem in ein Loch, weil sie nie die eigenen waren. Der Führungskräfte-Coach Dieter Lange hat dafür eine Unterscheidung geprägt, die ich in meiner Arbeit oft verwende: Glücklich macht nicht das Erreichen, sondern das Ankommen. Wer aber nur mit geliehenen Zielen unterwegs ist, bei dem gibt es innen niemanden, der ankommen könnte.
Deshalb steht hinter jedem Gipfel schon der nächste im Nebel. Das rastlose Erreichen kann nicht aufhören, weil Stillstand die Leere zeigen würde, über die es gebaut ist. Genau diese Leere zeigte sich an jenem Abend in der Lounge. Eine halbe Stunde, bevor Thomas' Herz zu rasen begann.
Zwei Kinder, eine Wand
Wenn ich Führungskräfte mit Panikattacken begleite, erzähle ich an dieser Stelle oft ein Bild.
Stellen Sie sich zwei kleine Kinder vor, jedes mit einer Kiste Bauklötze, getrennt durch eine hohe Wand, sodass keines vom anderen weiß. Jedes baut für sich, völlig versunken, zufrieden, verträumt. Es kennt noch keinen Ehrgeiz. Es baut aus purer Freude. Fällt der Turm um, lacht es, klatscht in die Hände und fängt von vorn an.
Dann zieht man die Wand weg. Und in dem Moment, in dem die beiden Kinder einander sehen, kippt etwas. Sie schauen auf den Turm des anderen und beginnen zu vergleichen. Die Zufriedenheit ist weg. An ihre Stelle tritt Konkurrenz. Aus der Freude am Bauen wird der Blick auf den anderen.
Wer kein eigenes Maß in sich trägt, muss sein Maß im anderen suchen. Bei vielen meiner Klienten ist diese Wand nie wieder hochgegangen. Sie sehen bis heute den Turm des anderen und vergleichen sich, auch wenn längst niemand mehr neben ihnen baut. Der Wettbewerber, der Kollege aus dem alten Jahrgang, der Vorstand der Konkurrenz, der Vater. Das Nervensystem bleibt dabei in einem Zustand, der sich kaum je ganz entspannen kann. Denn irgendwo baut immer jemand höher.
Hart nach außen, bittend nach innen
Kurz gesagt: Das Muster zeigt sich nicht nur bei angepassten Menschen. In Chefetagen wird derselbe Antrieb oft über Durchsetzung und Dominanz gelebt, und gerade deshalb bleibt die Wunde unsichtbar.
Vielleicht denken Sie an dieser Stelle: Das passt nicht ganz zu mir. Ich bin nicht der brave, angepasste Typ. Ich setze mich durch, ich sage, was ich denke, ich gehe voran, wenn andere zögern.
Genau das ist die Variante, die am schwersten zu erkennen ist. Die klassischen Antworten eines Nervensystems auf Bedrohung sind Kampf, Flucht und Erstarrung. In Teilen der Traumatherapie wird zusätzlich ein viertes Muster beschrieben, das im Englischen Fawn heißt. Gemeint ist das Bemühen, sich Sicherheit zu verschaffen, indem man anderen gefällt, sich anpasst, sich Zuwendung verdient.
Man stellt sich dieses vierte Muster meist leise vor: gefällig, sich kleinmachend, konfliktscheu. Es gibt aber eine zweite Form, und sie sitzt auffallend häufig in Chefetagen. Hier wird derselbe alte Antrieb, sich Liebe und Zugehörigkeit durch Leistung zu verdienen, im Angriffsmodus gelebt. Dieser Mensch unterwirft sich nicht. Er prescht vor, dominiert, setzt sich durch. Der Kampf ist dann oft nicht der Kern, sondern die Form, in der eine alte Bitte nach außen drängt. Nach außen Dominanz, darunter eine verkappte Bitte um Liebe.
Gerade weil die Fassade so stark ist, sieht man die Wunde fast nie. Das Umfeld nicht, und am wenigsten der Betroffene selbst. Deshalb machen Panikattacken ausgerechnet diese Menschen so fassungslos. Sie passen nicht zu dem Bild, das sie von sich haben. Sie sind der erste sichtbare Riss in einer Fassade, die selbst für sie undurchsichtig war.
Der Preis, der nicht auf dem Gehaltszettel steht
Der Preis dieses Musters steht nicht auf dem Gehaltszettel. Den hat man längst bezahlt bekommen. Er steht in den Beziehungen.
Viel Durchsetzungskraft, wenig Wärme. Bewunderung, aber kaum Nähe. Menschen folgen, doch nur wenige kommen wirklich nah. Und der Betroffene lässt es auch kaum zu, weil Nähe ohne Leistung ein Gelände ist, das er nie betreten durfte. Was dort zu tun wäre, weiß er nicht. Also bleibt er lieber dort, wo er es weiß: bei der Arbeit.
So entsteht das paradoxe Bild eines Menschen, der alles erreicht hat und sich trotzdem zutiefst allein fühlt. Manchmal zeigt es sich an etwas ganz Kleinem. An einer Kontaktliste mit über tausend Namen, in der sich an einem Abend des Erfolgs niemand findet, der sich einfach nur mitfreut.
Für die Panik ist das keine Nebensache. Ein Nervensystem beruhigt sich am zuverlässigsten in der Nähe eines anderen Menschen, bei dem es nichts leisten muss. Wer einen solchen Menschen nicht hat, trägt jede Anspannung allein. Tagsüber wird sie von der Arbeit gedeckelt. Abends, im stillen Haus, im Hotelzimmer, in der Lounge, liegt sie ohne jeden Puffer offen.
Teil 2: Woran Sie es bei sich erkennen
Die Buchhaltung des Selbstwerts
Kurz gesagt: Wenn der Selbstwert jeden Morgen bei null beginnt, gibt es keine Rücklagen. Lob verpufft, Kritik bleibt, Pausen fühlen sich unverdient an.
Man kann sich das Innenleben dieser Menschen wie eine Buchhaltung vorstellen, in der jeden Morgen alle Konten auf null gestellt werden. Der gestrige Erfolg zählt heute nicht mehr. Die Anerkennung der letzten Woche ist aufgebraucht. Jeder Tag muss neu verdient werden.
Das erklärt eine Reihe von Erfahrungen, die meine Klienten fast wortgleich schildern:
- Lob verpufft, Kritik bleibt. Ein einziger kritischer Satz im Vorstandsmeeting kann einen ganzen Abend vergiften, während zehn anerkennende Rückmeldungen spurlos durchrauschen.
- Erfolge schrumpfen rückwirkend. Kaum ist ein Ziel erreicht, steht das nächste bereit, und das Erreichte fühlt sich nach wenigen Tagen selbstverständlich an.
- Pausen fühlen sich unverdient an. Der Urlaub beginnt mit drei Tagen innerer Unruhe, und wenn endlich Ruhe einkehrt, ist er fast vorbei.
- Fehler sind keine Ereignisse, sondern Urteile. Ein Fehler bedeutet nicht: Da ist etwas schiefgelaufen. Er bedeutet: Ich bin nicht gut genug.
- Delegieren fällt schwer. Dann ist das Ergebnis nicht mehr sicher gut genug. Also machen Sie es lieber selbst, auch um Mitternacht.
- Nein sagen nach oben ist kaum möglich, selbst wenn längst klar ist, dass es nicht mehr geht.
- Die Stimmung folgt den Zahlen. Gutes Quartal, gute Woche. Schlechtes Quartal, schlechter Schlaf.
- Ruhe ist verdächtig. Wenn gerade nichts brennt, entsteht kein Frieden, sondern das diffuse Gefühl, dass gleich etwas passiert.
Wenn Sie beim Lesen dieser Liste mehrmals innerlich genickt haben, ist das kein Grund zur Sorge. Es ist ein Grund zum Hinsehen. Denn eine Buchhaltung, die jeden Tag bei null beginnt, hat keine Rücklagen. Sie funktioniert nur, solange täglich neue Einnahmen kommen. Und sie gerät in dem Moment in Schieflage, in dem das nicht mehr gewährleistet ist. Bei manchen endet das in einem Burnout, bei anderen meldet sich das System zuerst mit Panik.
Mehrere Punkte treffen zu? Terminvereinbarung unter 089/23068977 oder über die Kontaktfunktion.
Warum die Panik nicht in der Krise kommt, sondern danach
Kurz gesagt: Leistung hält das alte Gefühl auf Abstand. Fällt der äußere Druck weg, am Ende eines Projekts, nach einer Beförderung oder im Urlaub, kommt es zurück.
Das vielleicht Verwirrendste an Panikattacken bei Führungskräften ist ihr Timing. Thomas hatte seine erste Attacke nicht während der neun Monate Verhandlung. Nicht in den Nächten ohne Schlaf. Nicht in dem Moment, als eine der Banken absprang. Er hatte sie am Abend des Erfolgs. In der Lounge. Mit einem Glas Wasser in der Hand und nichts mehr zu tun.
Das ist kein Einzelfall. In meiner Praxis berichten Betroffene auffallend häufig, dass die erste Attacke in einem Moment kam, in dem es eigentlich gut lief oder der äußere Druck gerade nachließ:
- am Ende großer Projekte, wenn die Anspannung abfällt,
- im Urlaub, häufig am zweiten oder dritten Tag,
- nach einer Beförderung, wenn der lang ersehnte Schritt geschafft ist,
- am Wochenende, oft schon am Samstagmorgen, spätestens am Sonntagabend,
- in Situationen ohne Handlungsmöglichkeit: im Flugzeug, im Stau, im Aufzug, in einer langen Sitzung, die man nicht verlassen kann.
Warum ausgerechnet dann? Weil Leistung für Menschen mit diesem Muster nicht nur eine Quelle von Anerkennung ist, sondern auch eine Form von Betäubung. Solange es etwas zu tun gibt, ist der Kopf beschäftigt, und das alte Gefühl hat keinen Raum. Die Arbeit wirkt wie ein Deckel auf einem Topf, in dem es seit Jahrzehnten brodelt.
Fällt die Arbeit weg, und sei es nur für einen Abend, hebt sich der Deckel. Was dann nach oben drängt, ist nicht die Erschöpfung dieses einen Projekts. Es ist die gesammelte, lange nicht verarbeitete Anspannung vieler Jahre, in denen Sicherheit an Bedingungen geknüpft war.
Hinzu kommt ein zweiter Mechanismus. Mit jedem Karriereschritt wächst die Fallhöhe. Wer oben steht, hat mehr zu verlieren. Für jemanden, dessen Selbstwert an der Leistung hängt, bedeutet eine größere Bühne deshalb auch eine größere Bedrohung, auch wenn er das nie so formulieren würde. Viele meiner Klienten erleben ihre erste Attacke im ersten Jahr nach dem Aufstieg in die Geschäftsführung oder den Vorstand. Sie haben erreicht, wofür sie ein Leben lang gearbeitet haben. Und ihr Nervensystem antwortet darauf mit Alarm.
Samstag, 6:40 Uhr: wenn das Fühlen zurückkommt
Kurz gesagt: Unter der Woche wird vieles nicht gefühlt. Am Wochenende und im Urlaub wird spürbar, was geparkt war, häufig als Herzrasen oder Panikattacke.
Die zweite Panikattacke hatte Thomas knapp vier Wochen nach Frankfurt. Nicht im Büro, nicht vor dem Aufsichtsrat. An einem Samstagmorgen, zu Hause, kurz nach halb sieben. Die Woche war lang gewesen, am Freitagabend war er vor dem Fernseher eingeschlafen. Jetzt lag er wach, das Haus war still, seine Frau schlief noch. Nichts war zu tun. Und genau in diese Stille hinein begann sein Herz zu hämmern.
Vielleicht kennen Sie etwas davon. In dieser oder in einer leiseren Form.
- Unter der Woche fühlen Sie erstaunlich wenig. Nicht nichts, aber gedämpft, wie durch Watte. Sie sind konzentriert, schnell, wach. Für Gefühle ist schlicht kein Platz, und das ist Ihnen ganz recht.
- Am Freitagabend sind Sie müder als gedacht. Das erste Glas Wein wirkt stärker als sonst, oder Sie schlafen auf dem Sofa ein, bevor der Film richtig begonnen hat.
- Am Samstagmorgen wachen Sie früh auf, früher als unter der Woche, mit einem Druck auf der Brust, für den es keinen Anlass gibt. Oder das Herz stolpert, rast, schlägt bis in den Hals.
- Der Griff zum Handy kommt fast automatisch. Nur kurz die Mails. Und tatsächlich: Kaum lesen Sie die erste Nachricht, wird es ruhiger.
- Im Urlaub sind die ersten Tage die schwersten. Am zweiten oder dritten Tag, wenn der Kalender endlich leer ist, kommt die Unruhe, manchmal das Herzrasen, manchmal die erste richtige Attacke. Oder Sie werden ausgerechnet jetzt krank.
- Ihre Familie sagt: Jetzt entspann dich doch mal. Und Sie merken, dass Sie nicht wissen, wie das geht.
- Am Sonntagnachmittag zieht sich etwas zusammen. Am Montagmorgen ist es weg. Im Auto, spätestens am Schreibtisch, sind Sie wieder Sie selbst. Sie fühlen sich bei der Arbeit sicherer als im Liegestuhl.
Wenn Sie sich hier wiedererkennen: Das ist weder Zufall noch Einbildung. Es hat einen klaren Mechanismus.
Unter der Woche läuft Ihr Nervensystem häufig im Einsatzmodus. Tempo, Druck und die ständige Ausrichtung auf Aufgaben halten den Körper auf Leistung und drängen zugleich vieles in den Hintergrund: Müdigkeit, Kränkung, Ärger, Traurigkeit, und die alten Gefühle, die an der Regel „Ich muss liefern“ hängen. Das ist keine Schwäche. Es ist eine Überlebensstrategie, die Sie sehr früh gelernt haben: Solange du funktionierst, musst du nicht fühlen.
Fällt der Druck weg, schaltet das System herunter. Und dann wird oft spürbar, was die Woche über geparkt war. Nicht als klarer Gedanke, sondern als Körpersignal: Druck auf der Brust, Herzklopfen, Enge, Unruhe. Für ein Nervensystem, das Ruhe lange nicht als sicher erlebt hat, fühlt sich schon dieser Übergang wie eine Bedrohung an. Die Stille ist ungewohnt. Und Ungewohntes ist für ein wachsames System verdächtig.
Die Forschung kennt ein verwandtes Phänomen. Der niederländische Psychologe Ad Vingerhoets hat mit Kollegen an der Universität Tilburg untersucht, warum manche Menschen regelmäßig am Wochenende oder im Urlaub krank werden, und dafür den Begriff Leisure Sickness geprägt, sinngemäß Freizeitkrankheit. In der Studie ging es um Kopfschmerzen, Erschöpfung, Muskelschmerzen, Übelkeit und Infekte, nicht um Panik. Aufschlussreich ist aber, wer betroffen war. Von der Vergleichsgruppe unterschieden sich die Betroffenen am deutlichsten in der erlebten Arbeitsbelastung, im Verantwortungsgefühl und in der Unfähigkeit, sich zu entspannen. Als mögliche Risikofaktoren nennen die Autoren zudem ein hohes Leistungsbedürfnis. Das ist sehr nah an dem Profil, um das es in diesem Artikel geht.
Entscheidend ist, wie Betroffene diese Erfahrung deuten. Die meisten ziehen zunächst den falschen Schluss: In der Ruhe geht es mir schlecht, also ist Ruhe nichts für mich. Also arbeiten sie am Wochenende weiter, lesen im Urlaub Mails, planen den Sonntag voll. In Wahrheit zeigt die Panik am Wochenende nicht, dass Sie Ruhe nicht vertragen. Sie zeigt, wie viel Sie unter der Woche nicht fühlen. Das Wochenende ist nicht die Ursache. Es ist der erste Moment, in dem Ihr Körper Sie erreicht.
Thomas tat an jenem Samstagmorgen, was er immer tat. Er stand auf, setzte sich an den Laptop und arbeitete zwei Stunden. Danach ging es ihm besser. Und er zog daraus genau den falschen Schluss.
Wenn Sie Ihr Wochenende darin wiedererkennen: Rufen Sie an oder schreiben Sie über die Kontaktfunktion. Das Gespräch bleibt in der Praxis.
Teil 3: Was im Körper passiert
Was Ihr Körper seit Jahren tut, ohne dass Sie es merken
Kurz gesagt: Angst ist immer auch ein Zustand des Körpers. Dauerhafte Schutzspannung im Bauch und eine flache Atmung machen das System anfällig für die Panikspirale.
Um zu verstehen, warum sich Panik so körperlich anfühlt, lohnt sich ein kleines Experiment. Machen Sie es bitte wirklich, jetzt, dort, wo Sie gerade sitzen. Es dauert zwanzig Sekunden.
Ziehen Sie die Schultern ein wenig nach oben und nach vorn. Spannen Sie den Bauch an, als würden Sie gleich einen Schlag erwarten. Halten Sie den Atem an. Und jetzt versuchen Sie, sich sicher und entspannt zu fühlen.
Für die meisten ist das kaum möglich. Ihr Körper hat gerade eine Haltung eingenommen, die unser Nervensystem seit Millionen Jahren als Bedrohung kennt. Ihr Gehirn liest diese Haltung und zieht daraus einen Schluss: Gefahr.
Jetzt die Gegenprobe. Lassen Sie die Schultern sinken. Lassen Sie den Bauch weich werden. Atmen Sie langsam aus, länger als Sie eingeatmet haben. Und versuchen Sie, dabei Panik zu empfinden.
Den meisten fällt das deutlich schwerer. Zumindest verändert sich der Zustand spürbar.
Dieses kleine Experiment zeigt etwas, das in der Behandlung von Panikattacken oft übersehen wird: Angst ist nicht nur ein Gedanke. Sie ist immer auch ein Zustand des Körpers, und die Haltung ist ein Teil davon. Bei Bedrohung aktiviert unser Nervensystem uralte Schutzreflexe. Die Beugermuskeln ziehen sich zusammen, der Bauch wird fest, die Schultern gehen nach oben, der Atem stockt. Für eine kurze Gefahr ist das sinnvoll. Es schützt die verletzlichen Organe und bereitet den Körper auf Flucht oder Kampf vor.
Das Problem beginnt, wenn die Gefahr nie endet. Bei Menschen, die seit ihrer Kindheit unter der Bedingung leben, sich ihren Wert verdienen zu müssen, ist diese Schutzhaltung nicht die Ausnahme. Sie ist der Grundzustand. Über Jahre und Jahrzehnte gewöhnt sich das Nervensystem so sehr daran, dass viele Betroffene die Spannung kaum noch spüren. Sie ist einfach da, wie das Summen eines Kühlschranks, das man erst bemerkt, wenn es aufhört.
Bei Führungskräften sieht man diese Haltung selten auf den ersten Blick. Sie liegt unter einer aufrechten, souveränen Präsenz, unter dem gut sitzenden Anzug und der ruhigen Stimme. Aber wenn ich körperlich mit ihnen arbeite, finde ich sie fast immer. Einen Bauch, der seit Jahren nicht mehr losgelassen hat. Ein Zwerchfell, das gegen diese Spannung ankämpft, und eine sichtbar eingeschränkte Bauchatmung. Eine Atmung, die flach und hoch im Brustkorb sitzt.
Thomas war in der ersten Sitzung überzeugt, ganz normal zu atmen. Ich bat ihn, eine Hand auf den Bauch zu legen und nichts zu tun, nur zu beobachten. Nach einigen Minuten sagte er leise: „Da bewegt sich nichts.“ Und dann: „Seit wann ist das so?“ Die ehrliche Antwort war: vermutlich seit dem Küchentisch.
Kommt zu dieser Dauerspannung ein Auslöser hinzu, ein Gedanke, eine Situation, manchmal nur ein Moment der Leere wie in der Lounge, reicht der kleine Spielraum dieser Atmung nicht mehr aus. Das Gefühl, keine Luft zu bekommen, setzt ein. Der Puls steigt. Schwindel, Kribbeln und das Gefühl von Unwirklichkeit folgen. Der Verstand sucht eine Erklärung und findet die naheliegendste: Herzinfarkt, Schlaganfall, Wahnsinn. Die Angst steigt, der Körper spannt noch weiter an, die Luft wird noch knapper. Ein Kreislauf, der sich innerhalb von Sekunden hochschaukelt. Die Grundlagen dazu finden Sie im Artikel Ängste, Phobien und Panikattacken.
Die Angst vor der Angst: wenn der Souveräne beginnt, sich selbst zu überwachen
Kurz gesagt: Nach der ersten Attacke beginnt die Selbstüberwachung. Jede Vermeidung bestätigt dem Nervensystem, dass die Gefahr real war.
Die erste Panikattacke ist erschreckend. Für viele Führungskräfte ist sie aber nicht das eigentliche Problem. Das eigentliche Problem beginnt danach.
In den Wochen nach Frankfurt begann Thomas, seinen Puls zu kontrollieren. Erst gelegentlich, dann ständig. Er kaufte eine Smartwatch und schaute öfter auf seine Herzfrequenz als auf seine E-Mails. Vor jeder Präsentation stellte er sich dieselbe Frage: Passiert es heute? Vor dem Aufsichtsrat? Vor den Analysten? Vor meinem eigenen Team?
Hier liegt die besondere Härte dieser Erkrankung für Menschen in seiner Position. Ihre gesamte berufliche Identität beruht darauf, souverän zu wirken. Eine Panikattacke vor Publikum wäre in ihrem Erleben nicht einfach unangenehm. Sie wäre die öffentliche Enthüllung dessen, was sie ihr ganzes Leben verborgen haben: dass sie sich im Innersten nicht sicher fühlen.
Also verbergen sie auch die Panik. Die meisten meiner Klienten haben niemandem davon erzählt. Nicht dem Vorstand, oft nicht einmal dem Partner. Sie organisieren ihren Alltag um die Angst herum, und niemand merkt es. Sie setzen sich in Meetings nahe an die Tür. Sie verlegen Termine, meiden Langstreckenflüge, lassen sich bei Keynotes vertreten und finden dafür elegante Begründungen. Ein Doppelleben, geführt mit derselben Perfektion wie alles andere.
Dabei sind Sie damit weit weniger allein, als es sich anfühlt. Nach Angaben des MSD Manuals erleben pro Jahr mindestens elf Prozent der Erwachsenen eine Panikattacke, und bei zwei bis drei Prozent liegt eine Panikstörung vor. Nur spricht in Chefetagen kaum jemand darüber.
Jede dieser Vermeidungen hat eine Wirkung, die niemand beabsichtigt: Sie bestätigt dem Nervensystem, dass die Gefahr real war. Der Radius wird kleiner, die Wachsamkeit größer, und nicht selten entwickelt sich daraus eine Agoraphobie. Die Erwartungsangst, also die Angst vor der nächsten Attacke, wird mit der Zeit oft belastender als die Attacken selbst. Wie daraus eine chronische Panikstörung werden kann, beschreibe ich im Artikel Panikstörung verstehen und an der Wurzel behandeln.
Teil 4: Die Behandlung
Warum Ihre besten Werkzeuge hier versagen
Kurz gesagt: Analyse, Kontrolle und Optimierung sind Teil des Musters. Wer die Panik wie ein Projekt behandelt, macht sie zur nächsten Prüfung.
Führungskräfte begegnen der Panik in aller Regel mit den Mitteln, die sie beruflich erfolgreich gemacht haben: Analyse, Kontrolle, Optimierung.
Sie lesen sich ein, oft nächtelang. Sie tracken Herzfrequenz, Schlafphasen und Stresswerte. Sie laden Atem-Apps herunter und üben nach Plan. Sie fragen den Hausarzt nach Betablockern für wichtige Termine. Sie strukturieren ihren Kalender neu, gehen früher ins Bett, verzichten auf Kaffee. Kurz: Sie behandeln die Panik wie ein Projekt, das man mit genug Disziplin in den Griff bekommt.
Manches davon ist vernünftig, und manches entlastet kurzfristig. Aber es übersieht das Entscheidende. Kontrolle ist nicht die Lösung dieses Problems. Kontrolle ist ein Teil davon.
Das Muster, aus dem die Panik entsteht, lautet: Ich bin nur sicher, wenn ich alles im Griff habe und genug leiste. Wer nun versucht, auch die Panik durch Leistung und Kontrolle zu besiegen, bedient genau dieses Muster weiter. Er macht aus der Panik eine weitere Prüfung, die er bestehen muss. Und jede neue Attacke wird zum Beweis, dass er auch diese Prüfung nicht besteht.
Auch der naheliegende Rat, einfach weniger zu arbeiten, greift oft zu kurz. Viele meiner Klienten haben es versucht, mit Sabbaticals, reduzierten Stunden, längeren Urlauben. Nicht selten wurde die Panik dadurch stärker. Nicht weil Ruhe schädlich wäre, sondern weil ohne Arbeit der Deckel vom Topf fällt. Wer die Leistung reduziert, ohne die Regel darunter zu verändern, nimmt sich die Betäubung, ohne die Wunde zu versorgen.
Was wirklich hilft: an der Regel arbeiten, nicht nur an der Attacke
Kurz gesagt: Die Behandlung setzt an zwei Stellen an: im emotionalen Gedächtnis, wo die Regel gespeichert ist, und im Körper, wo sie sich als Dauerspannung festgesetzt hat.
Wenn Panikattacken aus einem Muster entstehen, das in frühen Erfahrungen wurzelt und sich im Körper als Dauerspannung festgesetzt hat, dann muss die Behandlung genau an diesen beiden Stellen ansetzen: im Emotionsgedächtnis und im Körper. In meiner Praxis verbinde ich dafür vier Zugänge. Einen Überblick über meinen Ansatz finden Sie auch im Artikel Hypnose und Körperpsychotherapie bei Panikstörung.
Eine Voraussetzung vorab: Herzrasen, Brustenge und Atemnot sollten einmal ärztlich abgeklärt sein. Dann wissen wir sicher, dass wir es mit Panik zu tun haben und nicht mit einer körperlichen Ursache.
Erstens: Aufdeckende Hypnose
Die Regel „Ich bin nur etwas wert, wenn ich leiste“ ist nicht im rationalen Denken gespeichert. Sie liegt im emotionalen Gedächtnis, in jenen Netzwerken des Gehirns, die über Sicherheit und Bedrohung entscheiden. Deshalb lässt sie sich auch nicht wegdenken. Die meisten meiner Klienten wissen längst, dass ihr Wert nicht von der nächsten Quartalszahl abhängt. Sie wissen es. Aber sie fühlen es nicht.
Genau hier setzt die aufdeckende Hypnose an. In der Trance tritt der kontrollierende, analysierende Verstand ein Stück zurück. Für Führungskräfte ist das zunächst ungewohnt und oft eine große Erleichterung. Es öffnet sich ein Zugang zu den Erfahrungen, in denen die Regel entstanden ist.
Bei Thomas war es die Szene am Küchentisch. In der Hypnose erinnerte er sich nicht nur an sie. Er war wieder dort. Er sah den Finger auf der Drei. Er spürte, wie sich sein Bauch zusammenzog und er den Atem anhielt. Und er spürte etwas, das er als Erwachsener nie zugelassen hatte: eine tiefe, verzweifelte Traurigkeit darüber, dass die vielen Einsen nicht gereicht hatten. Er weinte. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten.
Das ist der Kern dieser Arbeit. Gefühle, die damals keinen Raum hatten, weil sie das Kind überfordert hätten, können in der geschützten Situation der Hypnose erlebt und verarbeitet werden. Sie verlieren dadurch häufig ihre Ladung. Und damit verliert oft auch die alte Regel ihre Macht, weil das Nervensystem nicht mehr ständig gegen etwas ankämpfen muss, das unter der Oberfläche liegt.
In den folgenden Sitzungen tauchten bei Thomas weitere Szenen auf. Der erste Abend im Internat. Das Abiturzeugnis, bei dem der Vater nach dem Notenschnitt eines Klassenkameraden fragte. Die Szenen waren verschieden, das Gefühl darunter war jedes Mal dasselbe. Und mit jeder bearbeiteten Szene wurde es leiser.
Zweitens: Körperpsychotherapie und Atemarbeit
Weil sich das Muster über Jahrzehnte auch in den Körper eingeschrieben hat, reicht die Arbeit im Emotionsgedächtnis allein oft nicht aus. Der Körper muss die Schutzhaltung, die er so lange gehalten hat, auch körperlich wieder verlernen.
Das geschieht nicht über Druck oder Dehnen. Schutzreflexe reagieren auf Druck mit noch mehr Spannung. Stattdessen erforschen wir gemeinsam, mit kleinen, achtsamen Bewegungen und sanfter Berührung, wo Sie unbewusst festhalten und wie diese Spannung Ihre Atmung einengt. Wer einmal wieder spürt, wo er Spannung erzeugt, kann sie auch loslassen. Oft ist das der Moment, in dem sich die Atmung wie von selbst vertieft. Mehr zu diesem Ansatz: Sensomotorische Körperpsychotherapie.
Für viele Führungskräfte ist diese Arbeit überraschend. Sie sind es gewohnt, ihren Körper als Werkzeug zu benutzen, das zu funktionieren hat. Plötzlich geht es darum, ihn wahrzunehmen, neugierig und ohne Ziel. Thomas nannte es nach einigen Sitzungen „das erste Meeting ohne Agenda meines Lebens“.
Sie lernen dabei Übungen, die Sie selbst anwenden können: morgens vor dem ersten Termin, diskret im Büro, im Flugzeug, in den Minuten vor der Präsentation. Das gibt Ihnen etwas zurück, das die Panik Ihnen genommen hat: das Gefühl, einer schwierigen Situation nicht ausgeliefert zu sein. Einen Teil dieser Übungen vermittle ich auch im Seminar zur Selbstbehandlung von Angst und Panik.
Und Sie lernen etwas, das für Menschen mit diesem Muster völlig neu ist: Ruhe im Körper auszuhalten, ohne dass sie sich wie Gefahr anfühlt. Genau das macht Wochenenden und Urlaube mit der Zeit wieder zu dem, was sie sein sollten.
Drittens: Zukunftsgerichtete Hypnose
Wenn die alten Gefühle an Kraft verloren haben und der Körper wieder freier atmet, arbeiten wir gezielt an den Situationen, die Ihnen heute Angst machen. Der Aufsichtsrat. Der Langstreckenflug. Die große Bühne. Die Sitzung ohne Fluchtweg. In der Hypnose durchleben Sie diese Situationen im Voraus, mit einem neuen, ruhigeren Körpergefühl. Ihr Nervensystem macht dabei eine Erfahrung, die es bisher nicht machen konnte: Ich bin in dieser Situation. Und ich bin sicher.
Viertens: Die Frage nach dem Eigenen
Wenn die Panik nachlässt, taucht bei vielen eine Frage auf, die vorher keinen Platz hatte, weil alle Energie ins Funktionieren ging: Was will ich eigentlich? Nicht: Was sollte ich wollen, was wird von mir erwartet, was wäre der logische nächste Schritt. Sondern: Was ist meins?
Diese Frage macht Führungskräften oft mehr Angst als jede Präsentation. Sie hat keine richtige Antwort, keine Kennzahl, kein Ziel, an dem man sich messen könnte. Sie verlangt, sich hin und wieder einem Raum zuzuwenden, in dem es nichts zu erreichen gibt. Genau dort beginnt aber etwas, das die Behandlung der Attacken allein nie zurückgeben könnte: das Gefühl stressfreier Zufriedenheit. Das innere Kind hinter der Wand, das baut, weil es baut.
Ablauf, Dauer und Grenzen
Ablauf
- Erstgespräch. Wir gehen die Attacken durch, die vorliegenden Befunde und die Situation, in der es begonnen hat. Dabei schaue ich ausdrücklich auf das, was noch nicht abgeklärt ist.
- Körperliche Bestandsaufnahme: Atmung, Haltung, Muskelspannung.
- Einordnung. Sie bekommen ein Modell davon, wie Ihre Panik entsteht, an Ihrem Fall und nicht allgemein.
- Arbeit an der Ursache mit aufdeckender Hypnose und Körperpsychotherapie.
- Arbeit an den Situationen, die Ihnen heute Angst machen, und an der Frage, was Ihnen jenseits der Leistung eigentlich wichtig ist.
Dauer
In der Regel sind es vier bis sechs Intensiveinheiten zuzüglich Erstberatung. Online-Termine sind auf Anfrage möglich.
Grenzen
- Die ärztliche Abklärung ist unvollständig oder ein Warnzeichen liegt vor. Dann gehört das zuerst geklärt.
- Eine körperliche Ursache, etwa an Herz oder Schilddrüse, oder ein Medikament ist beteiligt. Das gehört zuerst ärztlich behandelt.
- Es liegt eine schwere depressive Episode oder eine Suchterkrankung vor, auch wenn Alkohol oder Beruhigungsmittel zur Dauerlösung gegen die Unruhe geworden sind. Dann ist das der vorrangige Weg.
- Sie befinden sich in einer akuten seelischen Krise. Dann wenden Sie sich bitte sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117), im Notfall an den Notruf 112 oder an die Telefonseelsorge (0800 111 0 111, rund um die Uhr).
- Sie suchen eine kassenfinanzierte Behandlung. Als Heilpraktiker für Psychotherapie rechne ich privat ab.
Ein Satz zur Einordnung: Für Panikstörungen sind kognitive Verhaltenstherapie und Expositionsbehandlung die am besten untersuchten Verfahren. Wenn dieser Weg für Sie erreichbar ist und passt, ist er eine gute Wahl. Mein Ansatz richtet sich an Menschen, bei denen er nicht gegriffen hat, denen die Wartezeit zu lang ist oder die eine andere Arbeitsweise suchen.
Terminvereinbarung telefonisch oder über die Kontaktfunktion. Hilfreich für den ersten Kontakt sind drei Angaben: seit wann die Attacken bestehen, was ärztlich abgeklärt wurde und in welchen Situationen sie auftreten.
Die Sorge, den Biss zu verlieren
Kurz gesagt: Ihre Fähigkeiten bleiben. Was sich ändert, ist der Antrieb dahinter.
Fast jede Führungskraft, die zu mir kommt, stellt früher oder später dieselbe Frage. Manchmal direkt, manchmal zwischen den Zeilen: Wenn ich dieses Muster auflöse, verliere ich dann meinen Antrieb? Werde ich weich? Bin ich dann noch der, der ich beruflich sein muss?
Die Sorge ist verständlich. Wer einen großen Teil seines Lebens aus Druck und Angst vor dem Versagen Höchstleistung gebracht hat, kann sich kaum vorstellen, dass es einen anderen Motor gibt.
Die ehrliche Antwort hat zwei Teile.
Der erste: Ihre Fähigkeiten verschwinden nicht. Ihre Intelligenz, Ihre Erfahrung, Ihre Entscheidungskraft bleiben. Was sich verändert, ist der Ursprung. Leistung entsteht nicht mehr aus der Angst, nicht zu genügen, sondern aus Interesse, aus Entscheidung, aus Freude an der Sache.
Der zweite Teil ist unbequemer. Für manche bedeutet Wachstum an dieser Stelle tatsächlich, zum ersten Mal weniger zu leisten. Nicht, weil sie es nicht mehr könnten, sondern weil sie aus dem Schema aussteigen, in dem der eigene Wert an der nächsten Leistung hängt. Den eigenen Turm auch dann gut sein zu lassen, wenn der Nachbar höher baut. Und den langen Weg zurückzugehen, der als Kind nicht gegangen werden durfte: herauszufinden, wer man eigentlich ist und was man eigentlich will, jenseits der Ziele, die man früh übernommen hat. Ankommen statt erreichen. Das ist die langsamste und unbequemste Form von Wachstum. Für Menschen mit diesem Muster ist es nach meiner Erfahrung die einzige, die am Ende wirklich satt macht.
Wer nicht mehr um seinen Wert kämpfen muss, kann Kritik hören, ohne sich zu verteidigen. Er kann delegieren, weil der Fehler eines Mitarbeiters nicht mehr seine Existenz bedroht. Er kann Nein sagen, auch nach oben. Er bleibt in einer Verhandlung ruhig, nicht weil er sich beherrscht, sondern weil er ruhig ist. Und er trifft Entscheidungen, die langfristig richtig sind, statt solcher, die kurzfristig gut aussehen.
Anders gesagt: Viele meiner Klienten werden durch diese Arbeit nicht schwächer, sondern zum ersten Mal wirklich souverän. Nicht mehr als Fassade, sondern von innen.
Wo Thomas heute steht
Thomas kam über einige Monate in die Praxis, anfangs in kurzen Abständen, später seltener. Die Attacken wurden in dieser Zeit schwächer und seltener und blieben schließlich aus. Die Smartwatch trägt er noch. Auf den Puls schaut er nicht mehr.
Was ihn selbst am meisten überrascht hat, war etwas anderes. Im Sommer nach der Behandlung fuhr er drei Wochen in Urlaub. Am zweiten Tag, dem Tag, an dem früher zuverlässig die Unruhe kam, lag er am Strand und bemerkte, dass er einfach nur dalag. Ohne Gedanken an E-Mails. Ohne das Gefühl, sich diese Ruhe erst verdienen zu müssen.
Und dann ist da noch etwas, das er mir fast verlegen erzählte. Im Herbst hat er ein gebrauchtes Klavier gekauft. Als Kind hatte er gespielt, bis zu jener Drei in Musik. Danach nie wieder. Er spielt heute schlecht, sagt er, wirklich schlecht, und es ist ihm vollkommen egal. Manchmal sitzt er abends eine Stunde daran, ohne zu üben, ohne Ziel, und merkt erst danach, dass er in dieser Stunde kein einziges Mal an die Arbeit gedacht hat.
In seinem Telefon gibt es inzwischen zwei Namen, die er an einem Abend wie dem in Frankfurt anrufen würde. Zwei von über tausend. Er sagt, das sei die wichtigste Kennzahl, die er je verbessert habe.
„Ich habe fünfundzwanzig Jahre lang geglaubt, ich müsste mir jeden Tag neu beweisen, dass ich hier sein darf“, sagte er in einer unserer letzten Sitzungen. „Jetzt weiß ich nicht nur, dass das nicht stimmt. Ich spüre es.“
Nicht jeder Verlauf ist so geradlinig. Manche brauchen länger. Manche erleben zwischendurch Rückschläge. Manche kommen nach einem Jahr noch einmal für einige Sitzungen, wenn eine neue Lebensphase alte Themen berührt. Was ich bei Menschen mit diesem Muster immer wieder sehe: Wenn sich die Regel darunter verändert, verliert die Panik ihren Boden.
Teil 5: Akut, Fragen, Literatur
Wenn es jetzt gerade passiert
Kurz gesagt: Länger ausatmen als einatmen, Schultern und Bauch loslassen, die Füße am Boden spüren. Bei erstmaligen oder ungewohnten Brustschmerzen: Notruf 112.
Falls Sie diesen Artikel lesen, weil die Panik gerade da ist oder Sie fürchten, dass sie gleich kommt:
Versuchen Sie nicht, tiefer einzuatmen. Das verstärkt das Gefühl der Atemnot oft noch. Atmen Sie stattdessen länger aus, als Sie einatmen, und lassen Sie dabei bewusst die Schultern sinken und den Bauch weich werden. Stellen Sie beide Füße auf den Boden und spüren Sie den Kontakt. Und wenn Ihre Beschwerden ärztlich abgeklärt sind und Sie diesen Zustand kennen, sagen Sie sich innerlich, was gerade geschieht: Das ist eine Panikreaktion. Sie ist unangenehm, aber sie geht vorbei.
Treten Brustschmerzen oder Atemnot zum ersten Mal auf, fühlen sie sich anders an als sonst oder strahlen sie in Arm, Kiefer oder Rücken aus, rufen Sie bitte den Notruf 112. Die Warnzeichen eines Herzinfarkts fasst die Deutsche Herzstiftung zusammen. Ausführlicher finden Sie das im Artikel Die ersten Panikattacken: Jetzt handeln!.
Diese Hinweise tragen Sie durch den Moment. Die Regel, aus der die Panik entsteht, lösen sie nicht.
Häufige Fragen
Warum kommen die Attacken ausgerechnet am Wochenende oder im Urlaub?
Unter der Woche halten Tempo und Anforderungen vieles auf Abstand, was nicht gefühlt werden soll. Fällt der Druck weg, wird es spürbar, oft als Herzrasen oder Panik. Das zeigt nicht, dass Sie Ruhe nicht vertragen, sondern wie viel Sie unter der Woche nicht fühlen.
War das ein Herzinfarkt?
Eine Panikattacke fühlt sich häufig genau so an. Ob es Panik war, klärt nur eine ärztliche Untersuchung. Ist das Herz gesund, ist die Attacke unangenehm, aber sie geht vorbei. Bei erstmaligen oder ungewohnten Brustschmerzen gilt immer: Notruf 112.
Verliere ich meinen Antrieb, wenn ich das Muster auflöse?
Ihre Fähigkeiten bleiben. Was sich ändert, ist der Ursprung der Leistung: weniger Angst, nicht zu genügen, mehr Interesse und Entscheidung. Für manche heißt das auch, zum ersten Mal weniger zu leisten, und genau das erleben viele als Gewinn.
Erfährt mein Arbeitgeber davon?
Nein. Die Behandlung findet in einer Privatpraxis statt, es erfolgt keine Meldung an eine gesetzliche Krankenkasse, und es entsteht kein Eintrag, der an anderer Stelle sichtbar würde.
Wie viele Sitzungen brauche ich?
In der Regel vier bis sechs Intensiveinheiten zuzüglich Erstberatung. Wie viele es bei Ihnen sind, klären wir im Erstgespräch.
Geht das auch online?
Ja, Online-Termine sind auf Anfrage möglich. English-speaking clients welcome.
Muss ich über meine Kindheit sprechen?
Nicht zwingend und nicht am Anfang. Die Arbeit beginnt bei dem, was heute passiert: bei den Attacken und den Situationen, in denen sie auftreten. Wohin sie führt, entscheidet sich im Verlauf.
Ist das dieselbe Hypnose, die man aus dem Fernsehen kennt?
Nein. Was dort gezeigt wird, ist Showhypnose. Sie sind durchgehend ansprechbar und erinnern sich hinterher an alles.
Übernimmt die Krankenkasse die Behandlung?
Als Heilpraktiker für Psychotherapie rechne ich privat ab. Gesetzliche Kassen übernehmen das nicht. Private Kassen und Beihilfestellen erstatten je nach Tarif unterschiedlich.
Über mich
Martin Rosenauer, Diplom-Psychologe (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie. Praxis in München. Erfahren in der Arbeit mit Geschäftsführern und Führungskräften. Klinische Schwerpunkte sind Angst-, Panik- und Schlafstörungen sowie psychosomatische Beschwerdebilder, darunter Herzbeschwerden ohne Befund und sexuelle Funktionsstörungen. Methodischer Schwerpunkt ist die aufdeckende Hypnose, ein selten angebotenes Verfahren, mit dem ich auch Traumatisierungen behandle. Vier Jahre wissenschaftliche Tätigkeit am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in der Forschungsgruppe von Gerd Gigerenzer.
Anmerkung und Literatur
Anmerkung
Thomas K., Maria, Jonas und Claudia sind aus mehreren Behandlungsverläufen zusammengesetzte Figuren. Namen, Branchen und alle erkennbaren Details sind verändert. Herzrasen, Brustenge und Atemnot gehören ärztlich abgeklärt. Dieser Artikel ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung und stellt kein Heilungsversprechen dar.
Literatur
- Vingerhoets, A. J. J. M., van Huijgevoort, M. & van Heck, G. L. (2002): Leisure sickness: A pilot study on its prevalence, phenomenology, and background. Psychotherapy and Psychosomatics, 71(6), S. 311-317. PubMed
- Bandelow, B. et al. (2021): Deutsche S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen, Version 2, AWMF-Registernummer 051-028.
- MSD Manual, Ausgabe für Patienten: Panikattacken und Panikstörungen. msdmanuals.com
- Deutsche Herzstiftung: Was tun im Notfall? herzstiftung.de
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Derselbe Leistungsdruck an anderer Stelle: wenn Anspannung Nähe blockiert. - Herzrhythmusstörungen ohne Befund
Wenn das Herz stolpert und kein Befund es erklärt. - Burnout
Wenn die Daueranspannung nicht in Panik, sondern in Erschöpfung mündet.
Kontakt und Terminvereinbarung
Für Menschen, die gewohnt sind, alles selbst zu lösen, ist der Schritt, sich Unterstützung zu holen, oft der schwerste. Er fühlt sich an wie ein Eingeständnis von Schwäche. In Wahrheit ist er das Gegenteil: vielleicht die erste Entscheidung seit langem, die nicht aus der alten Regel heraus getroffen wird.
In einem ersten Gespräch klären wir, wie Ihre Panikattacken entstanden sind, welche Rolle das beschriebene Muster bei Ihnen spielt und welcher Weg für Sie sinnvoll ist. Diskret, ohne monatelange Wartezeit und in einem Rahmen, der zu einem vollen Kalender passt. Erfahrungsberichte, auch von Menschen mit Panikattacken, finden Sie unter Empfehlungen.
Online-Terminbuchung über jameda. Alternativ telefonisch unter 089/23068977 oder über die Kontaktseite.