Hypnosetherapie München Diplom Psychologe Martin Rosenauer - Hypnose - Hypnosetherapie - Körperpsychotherapie

9 Fragen an Martin Rosenauer

Wie würden Sie Ihre Aufgabe als Therapeut und Coach in wenigen Worten beschreiben?

Das ist einfach: Die meisten Menschen wissen leider sehr wenig darüber, wie ihr Gehirn funktioniert:

Die Patienten und Coaches, die zu mir kommen, sind oft in einer Sackgasse ihres Lebens und damit auch ihres Gehirns angelangt. Oft sprechen sie mit ihren Therapeuten dann jahrelang darüber, wie diese Sackgasse aussieht („Ihre Eltern sind also dafür verantwortlich, dass es Ihnen heute so schlecht geht, da können wir also leider nichts ändern, das müssen Sie akzeptieren.“) und warum es da nicht weitergeht, anstatt die Orientierung zu ändern und eine neue Perspektive ein- und anzunehmen. Ich helfe den Menschen dabei, wieder aus dieser Sackgasse herauszufinden (oft mit einem kleinen Wendemanöver) und dann mehr in der Gegenwart zu leben und nach vorne zu schauen.

Auch die Neurowissenschaften belegen immer mehr, dass dies wohl gar keine so schlechte Idee ist, weil sich Probleme aus der Vergangenheit, je mehr man darüber redet, eher weiter verfestigen, anstatt sich zu lösen. Das bedeutet aber nicht, dass der Patient sich starken emotionalen Verletzungen aus der Vergangenheit (vor allem bei leichten und vor allem starken Traumatisierungen) nicht auch stellen sollte, um auf diese Weise die gemachte Erfahrung vom begleitenden Gefühl (meistens Angst, Bedrücktheit und/oder Schockgefühle) zu lösen und sie dadurch idealerweise als ungünstige, aber nicht mehr belastende Erinnerung hinter sich zu lassen.

Weite Teile der Schulmedizin halten zudem weiter recht hartnäckig an der Körper-Geist-Trennung fest (Leib-Seele-Dualismus nach Descartes). Descartes‘ Idee der Trennung von Körper und Geist stammt noch aus dem 17. Jahrhundert, während alle seriösen wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Psychosomatik-Forschung natürlich belegen, dass dem nicht so ist. Darüber kläre ich viele Menschen auf und habe zudem eigens entwickelte Methoden an der Hand, mit denen sich auch viele psychosomatische Themen über die Psyche oder den Körper angehen lassen.

Was ist entscheidend für den Therapieerfolg?

Das ist auch einfach zu beantworten:

Eigenmotivation und ein Annehmen und Umsetzen der (neuen) Wahlmöglichkeiten, die ich mit meinen Klienten und Klientinnen (größtenteils) gemeinsam im herrschaftsfreien Diskurs  (Habermas) ausarbeite.
Natürlich gilt in einer auf Kooperation (statt Manipulation) ausgelegten Therapie: „Von nichts kommt nichts.“ Daraus folgt aber nicht, dass der Prozess unbedingt mühsam und anstrengend sein muss. Veränderungsprozesse dürfen und sollten idealerweise spielerisch ablaufen, weil sie sich dann meistens besser anfühlen und leichter (in den Alltag) integriert werden können.

Zudem ist es durch Tranceverfahren wie die Hypnose möglich, das „Gefühl“ für die notwendige Veränderung mit ins Boot zu holen – der Grund, warum die Hypnose als psychotherapeutisches Verfahren nachweislich bei vielen Beschwerden effektiver und effizienter ist als Verfahren wie Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse, die ohne Trance versuchen, ihre Wirkung zu entfalten. Oft reicht aber eine Hypnosetherapie alleine nicht aus: Ich halte vor allem die Verhaltenstherapie als ergänzendes Verfahren für sehr wertvoll, und ebenso können natürlich Tranceverfahren die Verhaltenstherapie ergänzen.

Wie sind Sie zur Hypnose, genauer zur klinischen Hypnose, gekommen?

Ich habe mich schon während des Psychologiestudiums immer wieder gefragt, wieso viele unbewusste und auch körperliche Prozesse selbst an einer sogenannten Elite-Universität wie der Freien Universität Berlin nur wenig thematisiert werden. Als Schmerzpatient mit „nicht therapierbaren“ Rückenschmerzen fand ich nach dem Studium jedoch zunächst zu körperpsychotherapeutischen Methoden, bevor ich bei renommierten Medizinern die Hypnosetherapie und vor allem sogenannte ursachenorientierte Regressionsverfahren lernen durfte.

Warum denken Sie, dass die Hypnosetherapie immer noch ein Nischendasein fristet, obwohl sie schon seit langem vom wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie als nachweislich wirksames Verfahren anerkannt wurde?

Ich denke, das liegt daran, dass es für viele Wissenschaftler (und auch Praktiker) sehr schwierig zu verstehen ist, wie genau die Hypnose wirkt. Dazu trägt auch bei, dass es sehr viele Hypnoseformen gibt und die Schulmedizin oft alles Unbekannte in einen Topf wirft. Ein Fehler, den selbst etablierte Wissenschaftler machen – dies zeigen meine diversen Versuche der Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen.

Wie viele Therapiesitzungen sind denn bei den meisten Beschwerden notwendig?

Das ist ganz unterschiedlich: Bei einer isolierten Phobie (z.B. einer Spinnenphobie) kann schon eine einzige Sitzung ausreichen. Bei einer komplexen Angsterkrankung oder bei psychosomatischen Beschwerden wie zum Beispiel Rückenschmerzen können es auch 2, 5, 7 und auch mehr als 10 Sitzungen sein.

Meine Erfahrung aus der Praxis deckt sich hier mit wissenschaftlichen Studien (z.B. von Alfred A. Barrios), die zeigen, dass hypnotherapeutische Interventionen meistens wesentlich schnellere Erfolge bringen als andere Verfahren. Barrios kam zum Ergebnis, dass die Hypnose (im Vergleich zu Verhaltenstherapie und Psychoanalyse) am wirkungsvollsten (höhere Erfolgsquote) und gleichzeitig am preisgünstigsten (geringere Zahl an notwendigen Sitzungen) ist. Es ist daher erstaunlich, dass die Hypnose nicht schon von allen gesetzlichen und privaten, sondern nur von wenigen privaten Krankenkassen bezahlt wird.

Werden nicht viele Patienten davon abgeschreckt, dass die Kosten für eine Hypnosetherapie nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden und somit selbst getragen werden müssen?

Ja und nein. Ich denke, wer sich dafür entschieden hat, seine Gesundheit in die eigenen Hände zu nehmen und wirklich etwas gegen seine Beschwerden zu tun – anstatt sich meistens eher fremdbestimmt von Arzt zu Arzt bzw. von Therapie zu Therapie schubsen zu lassen –, nimmt die Kosten für eine Hypnosetherapie gerne auf sich. Eine renommierte Kollegin von mir hat beispielsweise neulich eine komplexe Flugangst in 2 Sitzungen erfolgreich behandelt, und das, nachdem die Patientin zuvor etwa 2 Jahre lang eine Verhaltenstherapie (ohne Erfolg) gemacht hatte. Allein die Zeit (ca. 100 Sitzungen à 50 min zzgl. An- und Abfahrt), die die Klientin hätte einsparen können, wenn sie sich sofort an meine Kollegin gewandt hätte, ist wohl weitaus mehr wert als die finanzielle Investition für die beiden Sitzungen von insgesamt 700 €.

Zudem übernehmen auch viele Privatversicherte die Kosten freiwillig selbst, und zwar aus folgendem Grund: Wenn über die PKV abgerechnet werden soll, bedarf es der Stellung einer Diagnose, welche später wiederum (Gefahr „Risikopatient“!) zu Beitragserhöhungen führen kann. Da die Hypnosetherapie ein Kurzzeittherapieverfahren ist, lohnt es sich aus finanzieller Sicht daher nur selten, dieses „Risiko“ in Kauf zu nehmen. Auch vor dem Hintergrund, dass so mancher Abenteuer- oder Wellnessurlaub bereits mehrere tausend Euro kosten kann, ist diese Investition in die eigene Gesundheit und damit auch in den Erhalt der eigenen Arbeits- und Schaffenskraft – neben persönlichen Weiterbildungen (wie zum Beispiel auch in der Selbsthypnose) – wohl eine der besten Investitionen, die man tätigen kann.

Sie integrieren bei psychosomatischen Beschwerden wie Rückenschmerzen körperpsychotherapeutische Verfahren in die Hypnosetherapie?

Ja, unbedingt! Es existiert bei vielen Schmerzmedizinern immer noch die Idee vom sogenannten „Schmerzgedächtnis“, eine sehr naive Theorie über den Zusammenhang von Körper und Geist. Der Grund dafür, dass ein Schmerz – z.B. nach einem Unfall oder nach einer psychischen Belastungsphase – nicht wieder „vergessen“ wurde, liegt immer auch im Körper und damit in verkürzten und dauerhaft angespannten Muskeln, die für eine aus dem Gleichgewicht geratene Körperhaltung verantwortlich sind. Das „System Mensch“ muss dadurch ständig viel mehr Energie aufwenden als notwendig, und dadurch entstehen oft auch die Schmerzen. Diese stark an die Gefühle der Menschen gekoppelte Körperhaltung gilt es nachhaltig zu verändern, und das geht ganz gezielt nur mit körperpsychotherapeutischen Verfahren.

Arbeiten Sie nur mit ernsthaft erkrankten Menschen oder bieten Sie auch Coachings o.ä. an?

Natürlich, ich arbeite teils auch mit sehr erfolgreichen Schauspielern, Musikern oder auch Models zusammen, bei denen vor allem die Themen Lampenfieber und Stressabbau nach dem Auftritt im Vordergrund stehen. Oft finden auch Unternehmer zu mir, die zum Beispiel – trotz eines tollen Produktes – ihre Umsatzziele wiederholt nicht erreichen können und eine psychische Blockade dahinter vermuten. Oder es wenden sich Spitzensportler an mich, die nach einem größeren Erfolg immer wieder in ein Loch fallen oder sich erneut verletzen und ihre Leistungsfähigkeit so nicht bestätigen können. In vielen Fällen hängt dies tatsächlich mit familiär erlernten, unbewussten Rollenmustern und Dogmen zusammen. Dies können Glaubenssätze sein wie „ich darf nicht auffallen“, „ich darf nicht erfolgreicher als mein Vater sein“ oder auch Selbstwertprobleme wie „ich bin nichts wert, wenn ich nicht immer so erfolgreich bin wie zuletzt“ sowie die damit einhergehenden Stressgefühle. Zum Glück lassen sich auch solche Themen mit der Hypnose angehen und sehr oft zum Positiven für meine Klienten verändern.

Noch eine letzte Frage: Was macht Ihnen am meisten Spaß bei der Arbeit?

Das ist auch einfach zu beantworten: Vielen meiner KlientInnen dabei zuzuschauen, wie von Sitzung zu Sitzung die Angst aus dem Körper weicht und irgendwann die Augen wieder beginnen vor Freude zu strahlen. Oder auch wenn aus einem unechten und aufgesetzten Lächeln (welches, weil es mit der willkürlichen Muskulatur erzeugt wird, sehr anstrengend ist) ein natürliches Lächeln (erzeugt mit der unwillkürlichen Muskulatur) wird.

Portrait Martin Rosenauer

  • Diplompsychologe (univ.) mit mehrjähriger Erfahrung in therapeutischen Settings (u.a. als Bezugstherapeut Fachpsychiatrie).
  • Hohe Expertise in der HypnoanalyseExpertenartikel hier auf einem führenden Therapeutenportal verfügbar
  • Speziell für Kopfmenschen: Mit der Integration von Hypnose und Körperpsychotherapie gibt es gibt es auch für „Kontrolltypen“ verlässliche Strategien, um an Ängste, Panikgefühle, depressive Verstimmungen und andere aufgestaute Gefühle heranzukommen und diese zu lösen.
  • Lesen Sie jetzt, was ehemalige KlientInnen berichten, und machen Sie sich selbst ein Bild davon, ob sich Ihre Investition in unsere Zusammenarbeit für Sie lohnen kann.