Hypnosetherapie München Diplom Psychologe Martin Rosenauer - Hypnose - Hypnosetherapie - Körperpsychotherapie

Sechs Fragen an Martin Rosenauer

Wie sind Sie zur Hypnose, genauer zur klinischen Hypnose gekommen?

Ich habe mich schon während des Psychologiestudiums immer wieder gefragt, wieso viele unbewusste und auch körperliche Prozesse selbst an einer so genannten „Elite-Universität“ wie der Freien Universität Berlin nur wenig thematisiert werden. Als Schmerzpatient mit „nicht therapierbaren“ Rückenschmerzen fand ich nach dem Studium jedoch zunächst zu körperpsychotherapeutischen Methoden bevor ich zur Hypnosetherapie und vor allem zu so genannten ursachenorientierten Regressionsverfahren kam.

Warum denken Sie, fristet die Hypnosetherapie immer noch ein Nischendasein, obwohl sie schon seit langem vom wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie als nachgewiesenermaßen wirksames Verfahren anerkannt wurde?

Ich denke das liegt daran, dass es für viele Wissenschaftlicher (und auch Praktiker) sehr schwierig zu verstehen ist, wie genau die Hypnose wirkt. Dazu bei trägt auch, dass es sehr viele Hypnoseformen gibt und die Schulmedizin oft alles Unbekannte in einen Topf wirft. Ein Fehler, den selbst etablierte Wissenschaftler machen, dies zeigen meine diversen Versuche der Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen.

Wie vielen Therapiesitzungen sind denn bei den meisten Beschwerden notwendig?

Das ist ganz unterschiedlich: Bei einer isolierten Phobie (z.B. einer Spinnenphobie) kann schon eine einzige Sitzung ausreichen. Bei einer komplexen Angsterkrankung oder bei psychosomatischen Beschwerden wie zum Beispiel Rückenschmerzen können es auch 2, 5, 7 und selten auch mal über zehn Sitzungen sein.

Meine Erfahrung aus der Praxis deckt sich hier mit wissenschaftliche Studien (z.B. die von Alfred A. Barrios) die zeigen, dass hypnotherapeutische Interventionen meistens wesentlich schnellere Erfolge bringen als andere Verfahren. Barrios kam zu dem Ergebnis, dass die Hypnose (im Vergleich zu Verhaltenstherapie und Psychoanalyse) am wirkungsvoller (höhere Erfolgsquote) und gleichzeitig am preisgünstigsten (geringere Zahl an notwendigen Sitzungen) ist. Es ist daher erstaunlich, dass die Hypnose nicht schon von allen gesetzlichen und privaten, sondern nur von wenigen privaten Krankenkassen bezahlt wird.

Werden nicht viele Patienten davon abgeschreckt, dass die Kosten für eine Hypnosetherapie nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen und somit selbst getragen werden müssen?

Ja und nein. Ich denke, wer sich entschieden hat seine Gesundheit in die eigenen Hände zu nehmen und wirklich etwas gegen seine Beschwerden tun möchte – anstatt sich meistens eher fremdbestimmt von Arzt zu Arzt bzw. von Therapie zu Therapie schubsen zu lassen – nimmt die Kosten für eine Hypnosetherapie gerne auf sich. Eine renommierte Kollegin von mir hat beispielsweise neulich eine komplexe Flugangst in zwei Sitzungen erfolgreich behandelt, und das nachdem die Patientin zuvor etwa 2 Jahre lang eine Verhaltenstherapie (ohne Erfolg) gemacht hatte. Allein die Zeit (ca. 100 Sitzungen á 50 min zzgl. An- und Abfahrt), die die Klientin hätte einsparen können, wenn sie sich sofort an meine Kollegin gewandt hätte, ist wohl weitaus mehr wert als die finanzielle Investition für die beiden Sitzungen von insgesamt 700 €.

Zudem übernehmen auch viele Privatversicherte die Kosten freiwillig selbst, und zwar aus folgendem Grund: Wenn über die PKV abgerechnet werden soll bedarf es der Stellung einer Diagnose, welche später wiederum (Gefahr „Risikopatient“!) zu Beitragserhöhungen führen kann. Da die Hypnosetherapie ein Kurzzeittherapieverfahren ist, lohnt es sich aus finanzieller Sicht daher nur selten dieses „Risiko“ in Kauf zu nehmen. Auch vor dem Hintergrund, dass so mancher Abenteuer- oder Wellnessurlaub bereits mehrere tausend Euro kosten kann ist diese Investition in die eigene Gesundheit und damit auch in den Erhalt der eigenen Arbeits- und Schaffenskraft – neben persönlichen Weiterbildungen (wie zum Beispiel auch in der Selbsthypnose)- wohl eine der besten Investitionen, die man tätigen kann.

Sie integrieren bei psychosomatischen Beschwerden wie Rückenschmerzen körperpsychotherapeutische Verfahren in die Hypnosetherapie?

Ja, unbedingt! Es existiert bei vielen Schmerzmedizinern immer noch die Idee vom so genannten „Schmerzgedächtnis“, eine sehr naive Theorie über den Zusammenhang zwischen Körper und Geist. Der Grund dafür, dass ein Schmerz – z.B. nach einem Unfall oder nach einer psychischen Belastungsphase – nicht wieder „vergessen“ wurde, liegt immer auch im Körper und damit in verkürzten und dauerangespannten Muskeln, die für eine aus dem Gleichgewicht geratene Körperhaltung verantwortlich sind. Das „System Mensch“ muss dadurch ständig viel mehr Energie aufwänden als notwendig, und dadurch entstehen oft auch die Schmerzen. Diese stark an die Gefühle der Menschen gekoppelte Körperhaltung gilt es nachhaltig zu verändern, und das geht ganz gezielt nur mit körperpsychotherapeutischen Verfahren.

Noch eine letzte Frage: Arbeiten Sie nur mit ernsthaft erkrankten Menschen oder bieten Sie auch Coachings o.ä. an?

Klar, ich arbeite teils auch mit sehr erfolgreichen Schauspielern, Musikern oder auch Models zusammen, bei denen vor allem das Thema Lampenfieber und der Stressabbau nach dem Auftritt im Vordergrund steht. Oft finden aber auch Unternehmer oder auch Spitzensportlicher zu mir, die zum Beispiel – trotz eines tollen Produktes – ihre Umsatzziele wiederholt nicht erreichen können und eine psychischen Blockade dahinter vermuten. Oder es finden Spitzensportler zu mir, die nach einem größeren Erfolg immer wieder in ein Loch fallen oder sich erneut verletzen und ihre Leistungsfähigkeit so nicht bestätigen können. Und in vielen Fällen hängt dies tatsächlich mit familiär erlernten, unbewussten Rollenmustern und Glaubenssätzen zusammen. Dies können Glaubenssätze sein wie „ich darf nicht auffallen“, „ich darf nicht erfolgreicher als mein Vater sein“ oder auch Selbstwertprobleme wie „ich bin nichts wert, wenn ich nicht immer so erfolgreich bin wie zuletzt“ und die damit einhergehenden Stressgefühle. Zum Glück lassen sich auch solche Themen mit der Hypnose angehen und sehr oft zum Positiven für meine Klienten verändern.

  • Diplom-Psychologe (univ.) mit umfangreicher Erfahrung in therapeutischen Settings, u.a. als Bezugstherapeut in einer Fachpsychiatrie
  • Diplom-Betriebswirt (Berufsakademie Stuttgart)
  • Bachelor of Arts (Open University Großbritannien)
  • umfangreiche hypnosetherapeutische Ausbildung
  • Zertifiziertes Mitglied der International Guild of Hypnotisists (USA)
  • Spezialausbildung in Hypnoanalyse / auflösende Hypnose (u.a. bei Dr. Norbert Preetz)
  • Ausbildung in „Integration Erickson’scher Hypnosestrategien in die Feldenkraisarbeit“ (bei Diplompsychologe Martin Busch)
  • Ausgewiesene Expertise für den Bereich Psychosomatik (vgl. wissenschaftliche Vorträge & Workshops)